Rundgang



Haben Sie Lust auf eine Zeitreise?

Dann steigen Sie ein, kommen Sie mit auf eine Tour durch das Brennereimuseum in Wildeshausen. Unser Ziel: die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Zeit, in der die Dampfmaschine in den Industriebetrieben Deutschlands das Tempo vorgab. Auch beim Produzieren von Schnaps.

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Für die Menschen damals war vieles anders als für uns heute. Ihr Arbeitsalltag war wesentlich härter, länger – und gefährlicher. Mit Bedacht hatte die Brennerfamilie Kolloge den größten Risikofaktor in einem Anbau zum unbesiedelten Huntebereich hin untergebracht: den Kessel. Denn man wusste um die große Explosionsgefahr. Doch der Wildeshauser Kessel hielt.

Der Druck des Ungetüms brachte das Herzstück des verwinkelten Hauses in Schwung – eine Einkolbendampfmaschine. Mit 15 PS trieb sie – mit Hilfe von Riemen, einer zentralen Welle sowie Nebenwellen – die Maschinen auf allen fünf Stockwerken an.

Fangen wir mit unserer Tour doch mal ganz unten an, im Gewölbekeller, in dem auch heute noch der Geruch der früheren Spezialitäten zu erschnuppern ist. Große Eichenfässer gaben hier dem Korn seinen Geschmack. Mit Muskelkraft wurde Flasche für Flasche abgefüllt, dann mit der schweren „Original Hassia“ verkorkt und schließlich etikettiert.

Die meiste Kraft, nämlich bis zu 11 PS, schluckte die Getreidemühle im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Das gute Stück schaffte mehr als 130 Umdrehungen pro Minute – und mehr als 600 Kilogramm Feinschrot pro Stunde.

Gleich neben ihr knarrt der Mühlengalgen, da sehen wir den dampfbetriebenen Lastenfahrstuhl, den konischen Henzedämpfer, auch große Bottiche, gedrungene Kammern.

Steigen wir weiter nach oben, auf den gemütlichen Kornboden, dann kommen wir wieder in der Gegenwart an. In einer Galerie erinnern hier Bilder an vergangene Ästhetik. Da ist sie wieder, die schnaufende, kraftvolle und doch so faszinierend schöne Dampfmaschine.